Rastlos

24. November 2010 Kommentare deaktiviert für Rastlos

von Mischa Petrovski

Meine Gedanken ziehen verschwommen, schweifend zertrümmerten Fragmenten meines formlosen Bewusstseins hinterher. Rastlos windend, im unwiderruflich Vergangenem und noch variablen Kommenden.

Weltgeschehen streifen sie, Freunden entgleiten sie, Nahrung meiden sie.
Orientierungslos irren sie umher, blind vom verschwommenen Nebel dessen was kommen mag.

Fühlen sich leer, trotz greifbaren maßlosen Zaubers. Fühlen sich frei, wider sinnlicher Gebundenheit.  Handlungsunfähig. Unstet. Ohnmächtig.
Nichts mag ausreichend Kontrolle über ihre unbändigen Triebe konstanter formvollendeter Anarchie ausüben. Sie entfliehen meinem Innersten, flüchten vor mir Selbst, entreißen sich voller Gewallt unstillbaren Chaos‘ schwer erkämpfter Harmonie.

Sie verlieren sich in der Distanz um der Ferne nah zu sein. Versinken im wärmenden Farbenmeer andächtig aufgehender Morgensonne. Tauchen ein in exotisch aufsogendes Rauschen fusionierender Schmelztiegel zwölf Millionen schlagender Herzen.

Wie Düfte verführerischer Früchte, süßlich anmutender Speisen, betörender morgenländischer Gewürze, verfeinert vom aromatischen Geruch orientalischen Tees, zerstreuen sie zwischen Menschenmassen, schreienden Händlern und eifrig gestikulierenden Marktgeiern.

Sie erblicken Gesten tiefer Freundschaft warmherziger Menschen voller aufopferungsvoller Hingabe. Geborgenheit ungewohnter Gastfreundschaft wildfremder Familien.

Betrachten majestätische Kuppeln und filigran aufragende Turmspitzen im fahlen purpurnen Licht einer schmalen silbern glänzenden Mondsichel.

Verschlingen Wüste, Sand, Staub.

Sie begleiten vorbeiziehenden Wind, ihm gleich, weiche Wangen streichelnd. Weiche Wangen, wohlig aneinander schmiegend, glückselig lächelnd, liegend am Strand, lauschend, dem tosenden Brausen wechselnder Gezeiten.

Wohl behütet, im Warmen, Geborgenen ruhen sie, meinem Herzen folgend, neben Dir.

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