Quid pro quo

22. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Lutzi Luise Lu

Hier links siehst du den weißen Fleck in Farbe. Hier links, dass ist ein Land für Schweine. Verschwunden, verschluckt. Ich zeig es dir.

Ja, bleib lieber im Bus sitzen, nicht das sie doch noch angrunzen oder dich mit in den Dreck ziehen.

Fotografieren ist in Ordnung, aber ohne Blitz, du weißt ja, das regt sie nur auf, die Schweine.

Sie sind sehr zurückhaltend, fast panisch, wenn sich Fremde nähern oder wenn jemand die Borsten anders frisiert hat, außerdem legen sie großen Wert auf ihre Vorfahren und auf deren Leben.

Ich glaube, sie nennen das Kultur.

Ja, zum Lachen, ich weiß, wenn man sie so sieht, die lieben Kleinen. Aber die Welt lässt sie in dem Glauben, dass sie ganz großartige Dichter und Denker sind.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer, so wars doch, nicht wahr?

Fütter sie lieber nicht! Die Schweine versuchen, ihre Essgewohnheiten möglichst rein zu halten. Jaja, mit der Reinheit, da hatten sie schon immer so ihre Probleme, oder ihre ganz eigenen Vorstellungen.

Heute denken sie wirklich, der Rest der Welt hätte ihnen verziehen und das damals nicht alles schlecht war. Erst Nürnberg und dann kam Konrad, der Gute, und außerdem hatte man ja keine Zeit, sich um so lästige Details zu kümmern.

Selbst ihr Plan der Stadtguerilla ist gescheitert. Die sind so verdammt konservativ, diese Schweinemassen, diese Massenschweine.

Das ist schon ein wundersames Land. Ein Riesenspaß, wenn man so aus dem Fenster schaut…ach, warte! Wie gut, dass wir hier lang fahren.

Da vorne steht ein Zaun. Mit einem Kontrollschwein. In Unterhemd, mit Fettfleck, das ist ihre Uniform. Manche nennen das Bürgerwehr. Gegen Fremdlinge. Soll gut sein, sagen sie und verteilen sich gegenseitig kleine Wimpel beim Frühschoppen.

Wie bitte? Du möchtest auch mal die Ferkel sehen? Da gibt es verschiedene Gruppen von Ferkeln, die sogenannten  Freundeskreise. Verrückt sind die. Fast so schlimm wie ihre Großeltern. Ja, da werden Neuankömmlinge erst einmal gar nicht willkommen geheißen oder nur sehr zögerlich. Man ist ja schon so eingeschworen. Da kann man nichts machen. Ein Schwein ist ein Schwein ist ein Schwein.

Und schau mal, da! Mach schnell ein Foto. Ein Yuppie-Schwein, auf dem Weg zur Bank. Aber Yuppie sagt man nicht mehr. Ist veralteter Slang.

Die Neoliberalen sitzen in der Regierung, hier, im Schweineland. Aber da ja sowieso nur selten gelacht wird, fällt gar nicht auf, dass es jetzt noch weniger zu lachen gibt.

Aber, falls du doch mal in ein Gespräch mit einem der Schweine verwickelt wirst, pass gut auf. Die tun alle sehr politisch korrekt.

Und wenn sie es nicht tun, dann nur, weil sie politische Korrektheit für überholt halten und alles ganz anders sehen wollen und sich mit tausend Theorien vollstopfen, in ihren Universitäten.

Die Schweinchen haben doch tatsächlich ein Bildungsideal. Aber wie das mit Idealzuständen so ist, bleiben immer unerreicht.

Jaja, mein Freund, ich sage dir: Wait! We can´t stop here, this is pig country! Lass uns von diesem Ort verschwinden.

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