Schlaflos

26. Januar 2011 Kommentare deaktiviert für Schlaflos

von Mischa Petrovski

Die Nächte fallen, geleitet von schmerzvollem Rauschen unerträglicher Stille.

Brennende Augenlider wollen nicht mehr sinken. Gedankenvolles Chaos speist den Motor unaufhörlich, unabwendbar.

So zehren sie sich dahin, die Nächte. Sorgen behaftet. Lähmend. Ermüdend. Als Wollten sie nie enden.

Wunder Geist drängt zur Explosion, einem letzten stummen Aufschrei folgend. Schwacher Körper ruht reglos, kraftlos, schlaflos, unter schwerer Decke. Ein überladener Kopf droht zu zerplatzen. Vergeblich verirrt auf unbeholfener Suche heilsamer Erlösung. Nach Ventilen, um qualvollen Druck entweichen lassen zu können. Ein Müdes Herz schlägt einsam, für zwei. So ziehen sie dahin, die Nächte.

Leidenschaftlich lodernde Flammen zehren nach mir, durch keinen Durst zu löschen, durch keine Gabe zu besänftigen. Sie fressen mich auf, zerfleddern meinen Leib über feuergetränkter Tafel, zum letzten Abendmahl. Ein Geschenk der Liebe. Ich zehre von dem tanzenden Flammenmeer während ich es niederbrennen lasse. Forme Worte, finde Gedanken, bis die letzte Glut erloschen, denn ich kann sie diesmal nicht greifen, unsere Zukunft.

Ich lasse los und falle ins Nichts. Ich lasse los und falle unaufhaltsam. Falle Reglos. Kraftlos. Schlaflos.

So fallen sie mit mir, wie schwarz versunkene Seide, die Nächte. Unaufhaltsam. Schlaflos schwebend.

Du fehlst.

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Tag am Meer

26. Januar 2011 Kommentare deaktiviert für Tag am Meer

von Mischa Petrovski

Weiche Weiße Wellen rauschen. Schaumkronen tanzen. Rauer Wind. Dutzend aufgeregte Flügelpaare.

Sie liegen am Strand. anschmiegend, lächelnd. Meeresrauschen. Ihrer beider Haare tanzen träumend leichtes Spiel salzig wehender Brise.

Sie lieben einander. Doch verraten es nicht. Verliebt in die Magie der Stunde, verliebt in ihre grenzenlose Freiheit, verliebt in ihre wunderschöne Liebe, liegen sie, tief im Augenblick versunken auf weißem weichen Sand. Jeden einzelnen gemeinsamen Herzschlag aufsogend. Jeden einzelnen gemeinsamen Herzschlag auskostend. Wunschlos. Glücklich.

Weiche Gesichtszüge, verträumt lächelnd im genussvollen Augenblick, streicheln einander. Geborgenheit. Ihre Kleider, ihre Haare, ihre weichen Wangen sind vom weißen weichen Sand bedeckt. Durchtränkt vom weichen Rauschen weißer Wellen. Reines weißes Licht wohnt liebestrunkenem Zauber lang anhaltender magischer Momente inne. Ruht im gleichmäßigen Puls ihrer beiden weichen Herzen.

Ihre glühenden Blicke folgen eng umschlungen, gedankenversunken dem trägen Lauf untergehender Abendsonne.

Ein Kuss.

Zwei Tränen Glück.

Most ist mein Hobby

26. Januar 2011 Kommentare deaktiviert für Most ist mein Hobby

von Mischa Petrovski

Als ich das allererste mal im Leben in Verbindung mit dem Nominativ Most – kam, da wusste ich sofort, das ist genau mein Ding, Most.
Damals, im Jahre 1952, als ich meinen vollmondroten Ferrari Barchetta Speciale, durchdrängt von grenzenloser Euphorie mein eigen nennen durfte. Ein legendäres Kraftfahrzeug voller strotzender unbändiger zügelloser Kraft, runder wollüstiger Kurven in vollendeter Verführung erlesener Fahrzeugteile. Keinen größeren Penis würde je ein Mann besitzen können. Dieses Auto war der objektifizierte Sex.
Ein maßgeschneidertes Luxus-Etui für meinen Schleifstab, mein erster eigener Nusskasten, sozusagen.

Ja die 50er Jahre wahren wahrlich ein wundervolles Jahrzehnt voller verschwenderischer Benzinschleudern, richtigen Männern die nach WD40, Lederjacken, und Haarlack rochen, Frauen deren handgemachten Schmetterlingsnudeln effektiver waren als jede moderne Saftpresse aus dem Pay TV, Frauen die wussten wie man einen Schleifstab an der ausgetrockneten Schneide eines stumpfen Küchenmessers zu reiben hatte um es anschließend im sämigen Sud hausgemachter klippriger Klöße zu wässern.

Most und Zigaretten, das war damals genau unser Leben. Nach dem ich meiner großen Leidenschaft, dem Whiskey entsagte, um jenen Frauen nahe zu sein, die sich den Vorzügen von mostbeträufelten Honigmelonen hingaben, ersteigerte ich meine erste eigene aus plankem PVC angefertigte Klobürste, ein herausragendes Novum dieser wilden Jahre und beschloss mich dem Keltern aufzuopfern. Meine erste Kelterabtei schenkte mir das Schicksal 1957 bei einer Runde verruchten Strippokers in der ich meinem behaartem, stark tätowiertem Gegenüber, buchstäblich die Hosen auszog. Jackmost! Ein Bild welches mein Psychiater, Ignatz Rothschild, nie wieder aus den Eingeweiden meiner Erinnerungen entreißen konnte.

Most wurde mein Hobby. Und da wahre Freude nur dann Keime treiben kann wenn man sie teilt, lag es mir sehr am Herzen diese meine Obsession mit meinen MitbügerInnen zu teilen. So lud ich, wo auch immer ich konnte, und ich konnte unglaublich oft, was absolut doppeldeutig an meinem ’52er vollmondroten Ferrari Barchetta Speciale lag, jede Frau die ich wollte, zur Vermostung in meine Kelterkastei, die ich während jenem verruchten Strippokers anekmostierte. Über dem gigantisch sakretalen Eingangstor befindet sich noch heute ein aus verschlissenen Backblechen gefertigtes, Eingangsschild, mit der Aufschrift „in Most we trust“. Und wie wir das taten! Mostend und mosten lassend schlugen wir uns die berauschenden Nächte um unsere feuchten Ohren!

Kenner mögen schmunzeln, verlegen den Kopf schütteln, gar fassungslos erröten, doch euch fundamentalistischen Ungläubigen sei gesagt: es gibt keine Not für solch Mosteslästerung.
Most ist ein Naturprodukt. Most umgibt uns, durchdringt uns, ist allgegenwärtig und hält das Universum zusammen. Es handelt sich auf gar keinen Fall um Sperma, das muss gesagt sein.

Da gibt es nun zwei Sorten von Most, hellen und dunklen. Dunkler Most ist gefährlich da er Sulfide enthalten kann, heller, weißer Most ist gut für eine glatte Haut und sehr beliebt bei Frauen. Diejenigen, die die Gabe haben, den Most effektiv einzusetzen, besitzen heilende Kräfte. Most baut auf Konzentration und äußerste Disziplin. Solch Heiligtum kann durch Sex, also fleischliches Verlangen, niemals erlangt werden.
Zu jener Zeit gingen die großen Stars bei mir ein und aus. Mit allen war ich per Du. Ich lernte viel über ihre Stärken, ihre Sehnsüchte und Schwächen. Kate´s Most but Jodie´s Moster.
Doch irgendwann erkannte ich das Fame und schnelle Scheine nicht alles im Leben seien.
Jetzt bin ich Naturheilpraktiker. Dr. der Mostologie, 1979 in Mostau promoviert, eine wirklich schöne Stadt. Nicht so schön wie das Mostviertel in Wien, aber wirklich schön!

Arztpraxis Dr. Most, Dr. Most am Apperat… wie bitte?… ja gut.. auf eine Sprechstunde?.. Hausbesuch.. alles klar. .. gut.. ich bin gleich bei ihnen Frau Werner...

Rastlos

24. November 2010 Kommentare deaktiviert für Rastlos

von Mischa Petrovski

Meine Gedanken ziehen verschwommen, schweifend zertrümmerten Fragmenten meines formlosen Bewusstseins hinterher. Rastlos windend, im unwiderruflich Vergangenem und noch variablen Kommenden.

Weltgeschehen streifen sie, Freunden entgleiten sie, Nahrung meiden sie.
Orientierungslos irren sie umher, blind vom verschwommenen Nebel dessen was kommen mag.

Fühlen sich leer, trotz greifbaren maßlosen Zaubers. Fühlen sich frei, wider sinnlicher Gebundenheit.  Handlungsunfähig. Unstet. Ohnmächtig.
Nichts mag ausreichend Kontrolle über ihre unbändigen Triebe konstanter formvollendeter Anarchie ausüben. Sie entfliehen meinem Innersten, flüchten vor mir Selbst, entreißen sich voller Gewallt unstillbaren Chaos‘ schwer erkämpfter Harmonie.

Sie verlieren sich in der Distanz um der Ferne nah zu sein. Versinken im wärmenden Farbenmeer andächtig aufgehender Morgensonne. Tauchen ein in exotisch aufsogendes Rauschen fusionierender Schmelztiegel zwölf Millionen schlagender Herzen.

Wie Düfte verführerischer Früchte, süßlich anmutender Speisen, betörender morgenländischer Gewürze, verfeinert vom aromatischen Geruch orientalischen Tees, zerstreuen sie zwischen Menschenmassen, schreienden Händlern und eifrig gestikulierenden Marktgeiern.

Sie erblicken Gesten tiefer Freundschaft warmherziger Menschen voller aufopferungsvoller Hingabe. Geborgenheit ungewohnter Gastfreundschaft wildfremder Familien.

Betrachten majestätische Kuppeln und filigran aufragende Turmspitzen im fahlen purpurnen Licht einer schmalen silbern glänzenden Mondsichel.

Verschlingen Wüste, Sand, Staub.

Sie begleiten vorbeiziehenden Wind, ihm gleich, weiche Wangen streichelnd. Weiche Wangen, wohlig aneinander schmiegend, glückselig lächelnd, liegend am Strand, lauschend, dem tosenden Brausen wechselnder Gezeiten.

Wohl behütet, im Warmen, Geborgenen ruhen sie, meinem Herzen folgend, neben Dir.

Transsilvanisches Reisefieber

8. Oktober 2010 Kommentare deaktiviert für Transsilvanisches Reisefieber

von Mischa Petrovski

– für Mattze und Matthi –

Rumänien. Das TermMOST(mostmostmost)at misst im Schatten 35°C. Ein idyllischer Berg, fernab der zivilisierten Welt. Traumhaft schön. Von saftig grünen Sträuchern, Pflaumenbäumen und wildem Gras bewachsen. Kein Strom. Kein fließend Wasser. Fünf Holzhütten. Glücklicherweise sucht das Auge vergeblich nach eingrenzendem Stacheldraht. Mein Reiseleiter, groß, rötliches Haar, eine Bundeswehrmütze tragend, begrüßt mich mit einem psychopatischen, arhythmischen Augenlidaufschlag und einer gottverdammten gottverdammt scharfen, rostenden Machete in der rechten Hand. Fehlt nur noch die obligatorische Eishockey-Maske. Kranker Sack. Zelte aufschlagen, Gestrüpp beseitigen, schlafen.

Zwei Tage später macht sich großer Hitzeeinfluss bemerkbar. Die Optimisten unter uns haben begriffen, dass Spitzhacken, Vorschlaghämmer, Kettensägen und Zieheisen nicht zum regulären Reiserepertoire gehören. Ich bin, hoffnungslos verloren, in einem Arbeitslager gestrandet.

Samstag. Mir geht es hervorragend, repetiere ich gedanklich. Denn verarschen kann ich mich auch alleine, höhö. Mein Freund, mit dem ich die letzten Nächte, von Freiheit träumend, durchgezecht habe, muss erschreckend oft aufs Klo um sich die Seele aus dem Leib zu kacken. Scheiße man, eine beschissene Situation. Es macht sich flacher Wortwitz breit. Unsere Konversationen drehen sich nur noch um Dünnes. Running Scat…

Die Wildnis der rauen, rumänischen Vorkarpaten, in der wir uns befinden, birgt viele Gefahren; wilde Bären, sauige Wildschweine und blutrünstige Vampire sind in Transsylvanien keine Seltenheit. Der zuverlässigste Schutz gegen solch unfassliches Unvieh, ist das Land gar nicht erst zu betreten.

Davon hat mich jedoch niemand in Kenntnis gesetzt als ich das Anmeldeformular für die Reise unterschrieb. Mit nackten Oberkörpern, die wir sorgfältig mit schlotterigem Schlamm einrieben, pirschen wir im Schutze der stockdüsteren Nacht, Finster wie der Bärenarsch in einem tiefen, dunklen, schwarzen Tal bei Mondfinsternis, durch den kalten gefahrvollen Wald. Wir suchen Eschenholz. Die einzige wirksame Waffe gegen Vampire. Geschnitten, wenn sich der Mond als schmale, schwungvolle, silbern-glänzende Sichel am Firmament abzeichnet. Einfache, von Biberzähnen rund gefressene Holzpflöcke sind wirkungslos. Das lernt man schnell hier draußen, in der Wildnis.

Wir sind froh. Froh darüber, dass uns zwei tapfere Heroen zur Seite stehen. Schlüpferman und sein treuer Wegbeistreiter Underwearboy, ein begnadeter Mantafahrer. Zwei rumänische Superhelden, ständig auf der Jagd nach dem gemeinen Gilb. Ein hundsgemeiner Gauner und Scharlatan. Abertausende Großmütter beraubte er Ihrer Unschuld, als diese noch jung und knackig waren. Doch in dieser Nacht stehen Schlüpferman und Underwearboy, ein begnadeter Mantafahrer, uns tapfer zu Seite.

Mit dem unbändigen Skill ihrer bloßen Nasen erriechen sie eine Formation Mosteschen. Mosteschen sind die robustesten unter ihrer Art. Eignen sich sogar zur Vermostung. Ich mache ein Foto. Zu Hause will es mir sonst wieder keiner glauben. Underwearboy, ein begnadeter Mantafahrer, zieht seinen Schlüsselbund vom Gürtel. Ich nehme ihn dankend entgegen und mache mich mit dem daran befindlichen Fuchsschwanz an die Arbeit, drei der Mosteschen zu schlagen. Ich wähle die drei, die kerzengerade sind. Der Fuchsschwanz ist etwas stumpf. Ich möchte nicht wissen warum.

Wir werden beobachtet. Ich kann es fühlen. Auf meiner linken Pobacke befindet sich ein kirschkerngroßer Leberfleck. Der juckt immer wenn man mich beobachtet. Und gerade juckt er gewaltig. Es ist ein Vampir. Das weiß ich, weil ich ihn riechen kann, den Vampir.  Aber er kann uns nicht riechen. Wir tragen Alufolie. Jeder von uns hat sich eine Alufolie in die Socke gestopft um der Geruchsentwicklung vorzubeugen. Somit sind wir also für den Vampir unriechbar. Das ist gut.

Zurück im Lager Bearbeiten wir das Holz. Zunächst schnitzen wir Stöcke. Kampfstäbe um genau zu sein. Gefertigt nach der höchsten Kunst tibetanischer Nacktmönche. Danach entsteht, in eingespielter Zusammenarbeit, ein Kompositbogen, da wir auf dem Rückweg noch auf eine kleine Astralelfeneiche stießen, die ausschließlich und nirgendwo anders sonst als in diesem Wald, bei Nacht, wächst. Man kann ja nie wissen. Ich glaube, wir täten gut daran eine Manufaktur zu gründen, denke ich mir, aber die Zeit drängt.

Der Vampir ist noch ganz in der Nähe. Mein Pobackenleberfleck juckt. Er traut sich nicht in an uns heran. Hervorragend. Wahrscheinlich schreckt ihn die Bundeswehrmütze unseres Reiseleiters, groß, rötliches Haar, eine Bundeswehrmütze tragend, Alufolie in der Socke,  ab. Oder er hat Angst vor Augenlidepilepsis. Das kriegt man nicht mehr los wenn man es einmal hat, gerade wenn man ein Vampir ist. Nicht einmal mit Mosteschenmost.

Wir legen uns schlafen. Zur Sicherheit stellen wir aber eine lebensgroße Pappfigur auf, um den Vampir auf Distanz zu halten. Es ist Babara Streisand. Nackt. Einfach so. Weil sie es kann. Ich würde mir gerne davor noch Einen runter holen um auf ihre makellose, pralle Nase zu ejakulieren. Nackt. Einfach so. Weil ich es kann. Aber ich kann es nicht. Nicht wenn jemand guckt. Mein Pobackenleberfleck juckt… Kranke Säcke.

Somit schlafe ich genauso ein, wie ich aufwache. Unbefriedigt. Mist. Nach dem Frühstück gehen wir wandern. Mit Stöcken und Kompositbogen bewaffnet begeben wir uns auf einen dreistündigen Marsch durch die Wildnis. Wir wollen einen lokalen Großbauern besuchen. Unterwegs töten wir fünf wilde Wildschweine, drei bebende Bären, pfählen pflaumig-fröhlich alle Vampire die wir unterwegs aufspüren können.

Einmal muss ich kurz kacken und gehe tiefer in den Wald. Mein Pobackenleberfleck juckt… Kranke Säcke. Ich muss kurz an unseren Diarrhoethiker denken und schäme mich, dass ich mich über das Jucken aufrege. Ihm geht es weitaus beschissener als mir. Ich bin betroffen. Ich nehme trockenes Laub als Klopapier. Eins hat ein Loch… Scheiße!

Die Reise geht weiter. In Rumänien besitzt jeder Haushalt eine eigene Schnapsbrennerei. Ich vermute, dass die Leute hier deswegen so gechillt drauf sind. Echt. Jeder brennt Pflaumenmost. In der selben Sekunde, in der ich mich, am Zielort angekommen, an den Tisch unseres Gastgebers, dem Großbauern setze, in der selben Sekunde steht ein randvolles Gläschen Tsuika vor meiner Nase. Lehne ich es ab, beleidige ich meinen Gastgeber. Trinke ich es zu langsam, beleidige ich meinen Gastgeber. Trinke ich es zu schnell, hab’ ich in wenigen Minuten diverse Liter Pflaumenmost hinter der Schublade. Ich bleibe DREI STUNDEN, und bin SEHR höflich . Glaube ich. Kann ich aber nicht so genau sagen, da ich mich an die nächsten Tage nicht mehr erinnern kann. Mir wird schwarz vor Augen.

Ich komme zu mir weil mein Pobackenleberfleck juckt. Verschwommene Umrisse vor mir formieren sich zu einer bildhübschen, wunder- wunderschönen Frau. Sie heißt Astrid, stellt sich heraus. Trägt gerne schwarzen Lack . Sie kommt aus Siebenbürgen und ist knapp 400 Jahre alt. Dafür hat sich die Alte aber gut gehalten. Ihre Brüste fühlen sich sehr knackig, fest und doch so zarrt zugleich an. Das liegt am Blut, sagt sie. Unter anderem auch an meinem. Toll, denke ich. Astrein, Astrid.

Sie hat mich zu einem Vampir gemacht. Weil sie mich so niedlich findet, meint sie. Außerdem bräuchte sie jemanden für Ihren Haushalt. Sie könne das nicht alles alleine stemmen. Wir haben leidenschaftlichen Sex. Sex zwischen Vampiren ist nicht so romantisch wie es in den Büchern steht. Das Küssen ist mühselig, da man die Zunge nur schwer zwischen den langen Eckzähnen kreisen lassen kann. Während des Oralverkehrs muss man höllisch aufpassen. Das ist ein bisschen dumm. Ich töte sie aus Rachsucht.

Ein bisschen, hehe, ein bisschen tut sie mir schon leid. Aber Astrid hat damit angefangen. Ich gehe zurück zu meinen Freunden. Sage ihnen aber nix von Astrid. Ich nehm’ ein bisschen mehr Sonnencreme als üblich. Das ist verträglicher für die Haut, wenn man Vampir ist. Gerade in der rumänischen Mittagssonne. Wir packen gemeinschaftlich die Koffer, verschließen die Hütten und fahren zurück Richtung Deutschland.

An der Rumänisch-Ungarischen Grenze stellt der pflichtbewusste Grenzbeamte fest, dass mein Ausweis abgelaufen ist. Da mir gerade langweilig ist und ich ohnehin Appetit auf Blut verspüre, beiße ich ihn tot und trinke sein Blut. Schon kommt sein Kollege und stellt unangenehme Fragen. Er will wissen, wie denn der Grenzbeamte in so eine prekäre Lage gekommen sei. Mir wird das zu anstrengend und ich bekomme Appetit auf Blut. Ich beiße also auch ihn tot und trinke sein Blut. Ich muss pullern.

Als ich wiederkomme stehen weitere Grenzbeamte um die beiden blutleeren Leichen. Eine von Ihnen ist bildhübsch. Ich liebe Frauen in Uniform. Und bekomme Appetit auf Blut. Wegen meiner Erektion brauche ich jetzt sehr viel davon. Während ich also auch mit ihr Sex habe, wir Vampire haben da so unsere Tricks, trinke ich die restlichen Beamten leer und pullere anschließend noch einmal. Mit einer vollen Blase reist es sich schlecht.

Meine Freunde standen die ganze Zeit daneben und haben eine nach der anderen geraucht. Kranke Säcke… Haben alles gefilmt. Naja, mir können sie nix. Ich hab Alufolie im Schlüpfer. Wird bestimmt ein guter Porno. Wir müssen weiter. Also gebe ich der Beamtin, mit der ich gerade Sex hatte, einen letzten leidenschaftlichen Kuss und verschwinde.

Home Sweet Home

Wo bin ich?

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